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NSG Hardt

Im Naturschutzgebiet „Auf der Hardt“ in Altwied werden Obstbäume geschnitten - Für einige Bäume ist es die Rettung in letzter Minute - Häckselgut geht ins Tierheim

 

Spaziergänger und Eigentümer können beobachten, wie sich das Landschaftsbild im Naturschutzgebiet „Auf der Hardt“ oberhalb von Neuwied allmählich weiter positiv entwickelt. Nachdem die Beweidung mit den Kaltblutpferden erfolgreich abgeschlossen ist, geht es nun in den Wintermonaten den Obstbäumen an die Krone. An den meisten Bäumen ist in den letzten Jahren nichts mehr getan worden. Ohne Pflege wurden sie z. B. in der Krone immer dichter und brachen auch z. T. auseinander.

 

 

 

Auch wurde jahrelang nichts gegen die sich in den Bäumen stark vermehrenden Misteln getan. Sie schwächen die Bäume und können sogar zu deren Absterben führen. Bei einigen Bäumen war vor lauter Misteln von dem Baum selbst nichts mehr zu erkennen.

 

Auf den mit den Kaltblutpferden beweideten Flächen wird nun bei 150 Obstbäumen ein Rettungs- und Erhaltungsschnitt durchgeführt. Reiner Schulz von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung, der die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet betreut: „Für einige Bäume bedeutet es die Rettung in letzter Minute. Durch die Schnittmaßnahmen werden sie uns und auch die Wanderer, die auf dem durch das Streuobstwiesengebiet führenden Rheinsteig die Natur genießen, noch ein paar Jahre länger erfreuen können“.

 

Thomas Lengert und sein Vater, beides Fachleute für Baumpflege und Baumsanierung aus dem Hunsrück, führen die Arbeiten durch. Auch sie sind begeistert von dieser großen Streuobstwiese. „Hier ist die nächsten Jahre noch viel zu tun“, so Thomas Lengert, „aber es lohnt sich auf jeden Fall, in die Erhaltung der auch ökologisch wichtigen Altbäume und auch in Neupflanzungen zu investieren“. Sie zeigten sich auch beeindruckt von dem Ergebnis der Beweidung mit den Kaltblütern, was sie zuvor in der Form noch nie gesehen hatten. Wichtig ist auf jeden Fall aber auch, dass die Pflege der Flächen auf Dauer gesichert ist.

 

Wer den beiden bei der Arbeit zusieht, bemerkt sehr schnell, welch große Mengen an Astschnitt anfallen. Ein Problem, was bei derartigen Pflegemaßnahmen immer wieder unterschiedlich gelöst werden muss. Anstatt das Schnittgut zu verbrennen, hatte Schulz die Idee: „Wo jemand Tiere hält, kann man doch bestimmt Häckselmaterial z.B. im Bereich von Stallungen oder Ausläufen gebrauchen. Oder man nimmt es für Grünanlagen und Beete, um die Pflege zu erleichtern“. Dann fiel ihm das Tierheim Ludwigshof in Segendorf ein. Ein Besuch im Tierheim und die Lösung war gefunden. Die Mitarbeiterinnen und der Vorstand waren begeistert: „Wir können das Häckselgut sehr gut gebrauchen“, so Joachim Schanz, der erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Neuwied, „ es kommt bei uns vor allem auf die weiträumigen Außenanlagen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei Reiner Schulz, der uns das Material kostenlos überlässt“.

 

Die Untere Naturschutzbehörde hofft, dass auch im nächsten Jahr mit dem Einverständnis der Eigentümer weitere Flächen zunächst von Zäunen befreit und gesäubert werden können. Auch weitere Baumpflegemaßnahmen und die bisher erfolgreiche Beweidung sollen wieder durchgeführt werden. Schulz appelliert deshalb an die Eigentümer, durch ihr Einverständnis mitzuhelfen, um die Streuobstwiesen „Auf der Hardt“ zu erhalten. Sie sind gleichermaßen ökologisch und für uns Menschen wichtig und wertvoll und stellen schon jetzt ein Kleinod in der Altwieder Gemarkung dar. 

 

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