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Im Winterhalbjahr macht guter Schnitt die Bäume fit
 

 


 

 

Quelle: Rhein-Zeitung

veröffentlicht am: 29.11.2005


 

 


Quelle: Rheinzeitung Rhein-Hunsrück

 

Im Winterhalbjahr macht guter Schnitt die Bäume fit

Praktische Hilfe im Niederkirchspiel: Fachmann vermittelte Laien auf der Streuobstwiese die hohe Kunst des Schneidens

NIEDERKIRCHSPIEL. Die Fachleute wissen es ganz genau: Obstbäume müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie lange leben und regelmäßig Obst tragen. Leider ist das Wissen rund um das Obst in Vergessenheit geraten. Darum bot die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigungen im Niederkirchspiel zusammen mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel einen Obstbaumschnittkurs an.

Unter den Streuobstfachleuten gilt der Spruch: Nur wenn man durch die Baumkrone einen Hut werfen kann, ist es ein gut geschnittene Baum. Die Krone eines Obstbaumes sollte sehr licht sein, damit die Sonne durch das Blätterwerk auch die unteren Früchte erreichen kann. Nur so reifen hochwertige und große Früchte heran. Doch leider neigen alle Obstbäume dazu, ein dicht verzweigtes System von Ästen und Zweigen zu bilden. Ergebnis sind abgestorbene Zweige, kleine Früchte und hohe Windbruchgefährdung.

Genau hier setzt Thomas Lengert, Fachmann für Obstbäume, an. Er zeigte an Jungbäumen und Baumveteranen, welche Zweige und Äste abgeschnitten werden müssen. Vormittags erläuterte der Fachmann in einem theoretischen Teil die hohe Schule des Schneidens. Nachmittags animierte er alle Teilnehmer, selbst Hand an ihre Bäume zu legen. Er machte Mut: "Wenn man die wesentlichen Grundregeln beherrscht, kann man nichts falsch machen!"

Junge Bäume sollten bereits beim Pflanzen zurück geschnitten werden. Da der Baum bereits in der Baumschule Wurzeln verloren hat, ist es wichtig, auch die Krone zurückzunehmen. Wurzelkörper und Baumkrone kommen so wieder in ein ausgewogenes Verhältnis.

Ist der Baum gepflanzt, hat die Krone einen starken Leittrieb, der die restlichen Seitentriebe um eine Scherenlänge überragt. Drei bis vier Seitentriebe werden auf gleiche Länge zurück geschnitten. Alle übrigen Zweige müssen ganz ab. Geht der Leittrieb in der Jugendzeit durch Wind oder Greifvögel verloren, kann durch Schnitt ein neuer, stark nach oben wachsender Trieb diese Funktion übernehmen.

Bevor der Baum das gewünschte Obst trägt, sind weitere Schnitte am Jungbaum nötig. Wie oft er bis zur regelmäßigen Ernte geschnitten werden muss, ist nicht genau in Zahlen zu sagen. Das hängt von der Wüchsigkeit des Baums und seinem Standort ab. Faustregel: alle zwei bis vier Jahre schneiden.

Dieser "Erziehungsschnitt" wird in den ersten zehn Standjahren durchgeführt und dient dazu, dem Baum ein belastbares Kronengerüst zu verschaffen. Konkurrenzäste, Äste, die nach innen oder nach unten wachsen, werden entfernt.

Bei allen Schnitten muss die typische Kronenform des Baums erhalten bleiben. Schneidezeit ist in der Regel das laubfreie Winterhalbjahr. Vorteil: Weder Blüten noch Fruchtansätze werden zerstört und die laubfreie Krone ist leichter zu schneiden. Immer häufiger werden Bäume auch bereits im Herbst geschnitten, da in dieser Zeit der Baum die Schnittstellen noch selbst verschließen kann. Das verhindert, dass Pilze und Krankheitserreger ungehindert eindringen können. Auf gar keinen Fall darf im Frühjahr während des Blattaustriebs geschnitten werden, da der Baum in dieser Zeit einen erhöhten "Saftdruck" hat und die Gefahr besteht, dass er über die Schnittstellen ausblutet.


 

 

 

 

 

 

 

Verantwortlicher: Martin Tenbuss

E-Mail: Martin.Tenbuss@dlr.rlp.de

Quelle: www.DLR-Westerwald-Osteifel.rlp.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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